217 – Das Kolosseum


Das Kolosseum ist ein auch nach heutigen Maßstäben beeindruckender Bau und zeigt anschaulich wozu antike Baukunst fähig war. Das riesige Stadion war mehrere Jahrhunderte lang im Einsatz und hatte nicht nur Gladiatorenkämpfe sondern auch Theaterstücke, Tierjagden und eine ausgefeilte Kulissentechnik zu bieten, die sogar das Nachstellen von Seeschlachten erlaubte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kolosseum
Das Kolosseum auf Google Streetview:https://www.google.com/maps/streetview/#italy-highlights/anfiteatro-flavio
http://www.italyguides.it/en/lazio/rome/ancient-rome/colosseum

Anerzählt #202: http://anerzaehlt.net/202-gladiatorinnen/

Bild: Von <a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/User:Diliff” title=”User:Diliff”>Diliff</a> – <span class=”int-own-work” lang=”de”>Eigenes Werk</span>, <a href=”http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5” title=”Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5″>CC BY-SA 2.5</a>,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2067974

 

 

#217 – Das Kolosseum

Wir schreiben das Jahr 217 n. Chr. und in Rom steht ein Baudenkmal der antiken Welt lichterloh in Flammen. Das Kolosseum. Ein Blitz hatte es getroffen. Und anders als man heute noch sehen kann, war das Kolosseum auf den obersten Rängen aus Holz und die brannten lichterloh. Allerdings der Rest des Kolosseums überstand den Brand relativ gut, denn überwiegend war es ja aus Stein und Ziegeln gefertigt worden und unterschied sich damit von seinem Vorgänger. Denn ein Amphitheater gab es in Rom schon seit dem Jahr 29 v. Chr. Das war allerdings 64 n. Chr. beim großen Brand von Rom komplett vernichtet worden. Dieser Bau war und ist nach allen gängigen Maßstäben einfach nur monumental zu nennen. 80 Bögen in jeder Reihe. 4 Geschosse und auch nach heutigen Maßstäben eine architektonische und logistische Meisterleistung.

Im Jahr 80 n. Chr. war es jedenfalls fertig geworden und eingeweiht hat man es mit 100-tägigen Festspielen, in denen unter anderem Gladiatorenkämpfe – logisch, wissen wir ja – auf dem Programm standen, aber auch komplette Seeschlachten nachgestellt wurden und um die 5.000 Tiere in der Arena getötet wurden.

Die erwähnten 80 Bögen waren auf der unteren Ebene natürlich die Eingänge und so war es möglich, das Kolosseum in nur 5 Minuten komplett zu räumen oder in 15 Minuten komplett zu füllen. Und auch moderne Stadien und Arenen sind nach genau so einem System aufgebaut. Insgesamt haben wohl um die 50.000 Menschen im Kolosseum Platz gehabt.

Das Kolosseum ist ellipsenförmig aufgebaut, also nicht rund, wie man vielleicht glauben möchte und es ist 156 Meter breit, 188 Meter lang und insgesamt 48 Meter hoch. Dass das oberste Stockwerk aus Holz war, hatte ich ja schon erwähnt. Außerdem war oben auch noch ein riesiges Segel an langen Masten angebracht, das man als Sonnenschutz aufziehen konnte.

Als Veranstaltungsort konnte das Kolosseum allen möglichen Anforderungen gerecht werden. Es wurden ja Seeschlachten nachgestellt. Das heißt, man konnte den Boden komplett fluten, um sozusagen eine Art großen Swimmingpool zu bauen. Außerdem war das Kolosseum unterkellert und es gab komplizierte Einrichtungen, mit denen zum Beispiel verschiedene Kulissen aus dem Boden geholt werden konnten. Es gab Falltüren und Hebevorrichtungen. So war es zum Beispiel möglich, mit denen genau diesen Hebevorrichtungen und Winden, einen kompletten Wald aus dem Boden erstehen zu lassen und ähnliche Dinge mehr.

In Betrieb war das Kolosseum bis ins 5./6. Jahrhundert hinein. Mehrere Kriege und Erdbeben beschädigten das Kolosseum dann im Verlauf der Jahrhunderte und es wurde irgendwann auch zu einer Art Steinbruch für die umliegenden Siedlungen.

Das endete auch erst als im 18. Jahrhundert Papst Benedikt XIV. das Kolosseum zur geweihten Märtyrerstätte erklärte und einen Kreuzweg mit Kapellen da drin errichten ließ. Grund war natürlich die Annahme, dass im Kolosseum eine Unmenge an Christen den Tod wegen ihrem Glauben gefunden hatten und damit das eine Märtyrerstätte war.

Das sieht man heute etwas skeptischer. Ob es wirklich so dramatisch da drin zuging ist nicht mehr wirklich so ganz klar, aber auch heute noch wird regelmäßig immer an Karfreitag ein Kreuzweg mit dem Papst im Kolosseum durchgeführt.

Seit 1999 ist das Kolosseum außerdem ein Monument gegen die Todesstrafe. Immer dann, wenn ein Todesurteil ausgesetzt wird oder ein Staat die Todesstrafe komplett abschafft, wird das Kolosseum 48 Stunden lang in bunten Farben angestrahlt.

Und zum Schluss: Warum heißt das Ding eigentlich Kolosseum? Ich dachte ja immer, das liegt daran, weil es so groß ist und deswegen haben die Einwohner es vielleicht in ihrer Ehrfurcht vor dem Bau Kolosseum genannt. Das stimmt aber nicht. Den Namen hat das Kolosseum vermutlich von einer Statue Neros. Von dem existierte nämlich eine Kolossalstatue, die man umfunktioniert hatte in eine Statue des Sonnengottes und die stand neben dem Kolosseum. Von da stammt dann wohl auch der Name ab, dieser Kolossus, wie man ihn nannte, war sozusagen Namenspatron.

Und dann zum Abschluss bleibt wohl festzuhalten, was wohl der wichtigste Film gewesen ist, der im Kolosseum spielt: Gladiator? Ben Hur? Asterix – Sieg über Caesar? Ich weiß net. Ich finde ja die Tatsache, dass Bruce Lee in Die Todeskralle schlägt wieder zu, seinen Endkampf da drin durchführt viel wichtiger.

Bis bald.

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