393 – Olympia!

Themenpate: nd253

Jahrhundertelang waren die Olympischen Spiele eine Konstante der Antiken Welt bis sie von einem römischen Kaiser verboten wurden.

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Spiele_der_Antike
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Zarathustra

Bild: Von English: Nikomachos Series – Photograph: Marie-Lan Nguyen (User:Jastrow), 2009-03-01Reflections removed: User:Tetraktys, 2010-07-29, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5707687

 

 

#393 – 393 Olympia!

Heute müssen wir über Sport reden! Über Sport in seiner beeindruckendsten und ehrwürdigsten Form. Sportlicher Wettkampf, wie er ehrenvoller nicht sein könnte. Um antreten zu dürfen, musst Du Vollbürger sein, ohne Blutschuld, von ehrlicher Geburt und keines Verbrechens schuldig. Auf den Rängen werden nur unverheiratete Frauen und freie Männer wie Du sitzen. Solltest Du diesen Kriterien nicht genügen, also kein Mann oder nicht frei von Blutschuld sein oder womöglich kein Vollbürger, dann ist Dein einziger Weg zu gewinnen, der einen Rennstall zu besitzen.

Willkommen also, Athlet oder Rennstallbesitzerin, zu den Olympischen Spielen der Antike!

Und wir reden da von einem Wettkampf, der über mehrere Jahrhunderte regelmäßig stattgefunden hat – 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. um genau zu sein.

Ja und äh, was hat das eigentlich mit Zarathustra zu tun? Ehrlich gesagt: Nix! Aber der Soundtrack passt wirklich so richtig, richtig gut. Und ja, es ist mir auch egal, dass Zarathustra im Jahr 1560 n. Chr. gelebt hat und wir jetzt von einem Sportwettkampf sprechen, der im Jahr 776 v. Chr. zum ersten Mal abgehalten wurde. Ist ja schließlich mein Podcast, so.

Spannend finde ich an den Olympischen Spielen der Antike, dass es mehrere hundert Jahre sind, die diese Spiele stattfinden. Am Anfang sind die Olympischen Spiele der Antike eigentlich nur ein Wettlauf. Und zwar wird ein Wettlauf zum Zeus-Tempel veranstaltet und diesen Wettlauf kann man gewinnen. Der Gewinner entzündet ein Licht bei diesem Tempel.

Später dann kommen weitere Disziplinen dazu. Der Fünfkampf, den wir auch heute noch kennen. Also, Diskuswerfen, Weitsprung, Speerwerfen, Stadionlauf und Ringkampf wird schnell zu einer Kerndisziplin – ist aber nicht der einzige Sport, der bei den Olympischen Spielen stattfindet.

Ab dem Jahr 680 v. Chr. werden zum Beispiel auch Pferderennen durchgeführt. Die Athleten treten jeweils in verschiedenen Altersklassen an. Das Alter wird geschätzt von den Unparteiischen. Alle Beteiligten schwören, sowohl sich fair zu verhalten, als auch die Wahrheit gesagt zu haben über Herkunft und Status. Es gilt als absolute Schande, sich Siege zu erschleichen oder gegen diese Regeln zu verstoßen. Schließlich sind die Olympischen Spiele, wie viele sportliche Wettkämpfe zumindest anfangs, ja auch noch Gottesdienst. Nicht einfach nur Sportereignis.

Trotzdem war dieses mehrtägige Spektakel eben auch eine Art Volksfest. Auf den Rängen saß jeder, der es sich leisten konnte und entweder ein freier Mann oder eine unverheiratete Frau war. Das dürfte auch noch für zusätzliche Aufregung bei den Athleten gesorgt haben.

Bei den Anfängen der Olympischen Spiele traten in aller Regel ganz normale Bürger in den Wettkämpfen an, aber bald bildete sich eine Art Berufssportlertum heraus. Jetzt gab es bei den Olympischen Spielen ja nur Ruhm zu gewinnen, also kein Geld und deswegen musste man es sich leisten können, den notwendigen Trainingsaufwand zu betreiben und damit war die Teilnahme an den Olympischen Spielen oft den wohlhabenden Männern der Gesellschaft vorbehalten. Diejenigen eben, die es sich leisten konnten zum Teil Jahre lang zu trainieren.

Und auch wenn Athleten im Allgemeinen Männer waren, so gab es Ausnahmen. Frauen nahmen manchmal als Pferdewagenlenkerinnen teil oder waren Besitzerinnen von Rennställen. So lässt sich auch erklären, dass es mindestens eine Olympiasiegerin gab. Anders als bei den heutigen Olympischen Spielen wurden bei den antiken Olympischen Spielen nur die Sieger geehrt. Der zweite Sieger war der erste Verlierer.

Was viele ja wissen ist, dass bei den antiken Olympischen Spielen die Athleten nackt gegeneinander antraten. Das waren aber nicht alle Sportarten, sondern nur die sogenannten “Gymnischen Wettbewerbe”. Gymnos heißt übersetzt auch nackt und es waren in erster Linie die Leicht- und die Schwerathletik und der Fünfkampf, die eben von nackten Athleten bestritten wurden.

Ab den 95. Olympischen Spielen im Jahr 400 v. Chr. war dann dieses Nacktheitsgebot auch für die Trainer verpflichtend. Der Hintergrund war, dass sich bei den 94. Olympischen Spielen ein Eklat ereignet hatte. Es hatte sich nämlich eine Frau eingeschlichen und ihren Sohn trainiert und als ihr Sohn dann gewann, sprang sie über die Schranke und entblößte sich, sehr zum Entsetzen aller Zuschauer und der anderen Athleten.

Weil allerdings ihre gesamte Familie aus Olympiasiegern bestand, also ihr Vater, ihre Brüder und eben auch ihr Sohn einen Ehrenplatz hatten, wurde davon abgesehen, sie zu bestrafen. Ja, so war das damals.

Ich finde ja, als in den 80ern beschlossen wurde die Olympischen Spiele wieder aufleben zu lassen, hätten sie mal dieses Nacktheitsgebot auch mit übernehmen können. Dann würde ich mir vermutlich den ein oder anderen Wettkampf auch mal anschauen. Vermutlich zum letzten Mal wurden die Olympischen Spiele der Antike im Jahr 393 n. Chr. ausgetragen. Ein Jahr später hat nämlich der Römische Kaiser Theodosius heidnische Zeremonien verbieten lassen und das war eben auch das Todesurteil für die Olympischen Spiele. Die wurden zwar wohl immer noch im Heimlichen und in kleinerem Rahmen bestritten, aber diese großen spektakulären Ereignisse, die waren damit vorbei.

Und für uns ist das ein super Themenanker – 393 eben – und einen Themenpaten haben wir auch: nd253 nennt er sich. Allerdings ist der Twitternutzer mit dem Namen irgendwie, ja, jemand anderes. Ich weiß es also nicht genau. Auf jeden Fall: Herzlichen Dank für den Tipp!

Bis bald.

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