E236 – Ameisensäure


Ameisensäure, oder auch E236, ist eine in der Natur häufig in Giften vorkommende Substanz. Da sie antibakteriell und ätzend wirkt, lässt sie sich auch gut als Konservierungsmittel einsetzen und war dafür auch jahrelang in Gebrauch. Inzwischen verwenden wir allerdings wegen ihrer vielfältigen Nebenwirkungen Ameisensäure fast nur noch in technischen Anwendungen und weniger in der Lebensmittelproduktion…

https://de.wikipedia.org/wiki/Ameisens%C3%A4ure

Bild: Von Richard Bartz, Munich Makro FreakEigenes Werk, CC BY-SA 2.5,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2095144

 

 

#236 – E236 – Ameisensäure

E236 ist eine farblose stechend riechende Flüssigkeit. Sie kommt in der Natur in vielerlei Gestalt vor. Manchmal als Gift bei Pflanzen und Tieren, manchmal als Beiprodukt anderer chemischer Verbindungen. Quallen haben sie, verschiedene Pflanzenarten haben sie, sogar in unserem Körper kommt es vor, aber den eigentlichen Namen hat sie von einer Tierart, die ganz besonders häufig damit angetroffen wird. Die Rede ist von der Ameisensäure.

Die kennen wir Menschen seit dem 15. Jahrhundert. Damals haben Alchimisten sich damit beschäftigt und haben beobachtet, dass Ameisen saure Flüssigkeiten absondern, eben besagte Ameisensäure. So ist auch das erste Rezept für die Gewinnung von Ameisensäure sehr auf die Tiere angewiesen.

Die Ameisensäure erhält man durch Destillation aus den Ameisen, man destilliert Ameisen bei gelindem Feuer und erhält in der Vorlage die Ameisensäure. Sie macht ungefähr die Hälfte des Gewichts der Ameisen aus oder, man wäscht die Ameisen mit kaltem Wasser ab und legt sie nachher auf einem Tuch und gießt kochendes Wasser darüber. Drückt man die Ameisen gelinde aus, wird die Säure stärker. Um die Säure zu reinigen, unterwirft man sie wiederholter Destillation und um sie zu konzentrieren, lässt man sie gefrieren oder noch besser, man sammelt Ameisen und presst sie aus, ohne Wasser und destilliert die Säure davon.

Was kann man mit der Ameisensäure alles machen? Zum einen reagiert die Ameisensäure mit verschiedenen Stoffen und sie ist ein hervorragendes Abwehrmittel gegen Bakterienbefall. Das ist auch genau der Grund, warum E236 bei uns unter anderem als Zusatzstoff in der Lebensmittelindustrie Verwendung fand. Fand! Inzwischen darf man nämlich innerhalb der EU weder E236 noch 237 oder 238 verwenden – allesamt Säuren die wir eine Weile lang ständig in unseren Getränken und Speisen hatten.

Ansonsten wird die Ameisensäure aber in der Industrie ganz regelmäßig verwendet. Zum Beispiel um Diamanten zu reinigen oder um bei Lötprozessen die Lötstellen nachzubehandeln oder zur Entkalkung von Kühlwassersystemen. In der Medizin? Ja, da nehmen wir es auch noch her. Damit kann man Warzen behandeln, es gibt es in Rheumamitteln.

Ganz allgemein hat die Ameisensäure einfach den Vorteil, dass unser Körper hervorragend damit umgehen und sie wieder auch abbauen kann. Zumindest solange wir nicht zu hohe Konzentrationen davon irgendwo drauf bekommen. Bei zu hoher Dosierung oder übermäßig regelmäßiger Anwendung, hat Ameisensäure dann außerdem so einiges an Nebenwirkungen, die wir wahrscheinlich nicht so gerne haben. Neben Verätzungen und Nekrosen gäbe es da noch Blutdruckabfall, schäden am Blut, Leber, Niere, Lungenentzündung oder Herzschäden die produziert werden können. Hinzu kommt, dass beim Zerfall von Ameisensäure das Atemgift Kohlenstoffmonoxid entstehen kann, deswegen ist die Ameisensäure – obwohl einigermaßen simpel zu synthetisieren und auch vielseitig einsetzbar – gar nicht so leicht zu lagern. Die muss an einem gut belüfteten kühlen Ort untergebracht werden, die Behälter müssen mit einer Druckausgleichverschraubung verschlossen sein und ansonsten “das Zeug” gar nicht um sich herum haben.

Zum Glück nehmen wir E236 deswegen auch als Konservierungsstoff nur noch bei Exportgütern oder beim Import bestimmter tierischer Produkte her. Da haben dann andere das Problem, EU sei Dank!

Bis bald.

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