VW Typ 181


Militärfahrzeuge haben besondere Anforderungen. Trotzdem sind sie oft auf der Basis ziviler Automobile konstruiert. Der VW Typ 181 ist z.B. auf Basis des VW Käfers und wurde als Kübelwagen bis 1980 gebaut und verkauft.
Kübelwägen heißen übrigens wegen ihren Sitzen so…

Das Thema dieser Episode wurde von Tine Nowak (@tinowa), vorgeschlagen, die auch einen eigenen Podcast hat: http://kulturkapital.org

https://de.wikipedia.org/wiki/VW_Typ_181
https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCbelwagen
http://www.thetruthaboutcars.com/2010/04/vw-kubelwagen-and-schwimmwagen-germanys-ww2-jeeps/

Bild: Von Sven Storbeck – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=294053

 

 

#181 – VW Typ 181

Ich muss ja zugeben: Bei der Wahl der Themen für 180, 181 und 182 war uninspiriert und da habe ich einfach mal in Twitter hinein gefragt, ob mir jemand helfen kann und geholfen wurde mir. Das Thema heute hat Tine Nowak vorgeschlagen, vom Podcast Kulturkapital – übrigens eine sehr hörenswerte Sendung und ein spannendes Thema. Nochmal lieben Dank, Tine, für den Vorschlag. Das ist jetzt sozusagen Dein persönlicher Anerzähler.

Heute möchte ich mal wieder über Autos reden. Das haben wir viel zu lang schon nicht mehr gemacht. Und zwar über ein ganz spezielles Fahrzeug soll es heute gehen: Um den VW Typ 181 – auch bekannt als VW Trecker oder Kamat. Und damit um ein Auto, das zwischen 1969 und 1980 gebaut wurde.

Optisch, kann ich mir nicht helfen, sieht das Auto aus, wie von einem Kind entworfen. Gerade Motorhaube, eckige Konturen, eckige Radstände, sehr einfach konstruiert. Und das kommt auch nicht von ungefähr, denn es handelt sich beim VW Typ 181 um ein militärisches Geländefahrzeug – ein Kurierwagen um genauer zu sein.

Entstanden ist das Fahrzeug aus einer Notsituation heraus. Der vorhergehende Kommando- und Kurierwagen war nämlich ausgelaufen – 1968 wurde die Produktion eingestellt und so befand man sich auf der Suche nach einer Alternative. Es gab damals ein Projekt, den sogenannten Europa-Jeep, mit dem ein Geländewagen für den militärischen Einsatz konstruiert werden sollte und der leider nie über die Planungsphase hinaus kam.

Weil man aber schlecht zu Fuß gehen wollte, befand man sich also auf der Suche und beschäftigte sich dann mit den verschiedenen Modellen, die VW im Angebot hatte und beauftragte letztlich VW dann auch, ein Fahrzeug auf idealerweise Basis des VW Käfer zu bauen und für militärische Zwecke vorzubereiten – eben besagter VW Typ 181.

Von der Bauweise her handelt es sich um einen Kübelwagen und da wollen wir vielleicht ganz kurz stehen bleiben. Was ist denn eigentlich ein Kübelwagen? Das ist eine Bezeichnung, die auch gerne mit VW in Zusammenhang gebracht wird, was aber nicht ganz korrekt ist, denn Kübelwägen gibt es auch von anderen Herstellern. Kübelwägen sind erstmal als militärische Fahrzeuge entwickelt worden. Es handelt sich um eigentlich herkömmliche Standardfahrzeuge, die aber um Gewicht und bewegliche Teile zu sparen, ihrer Türen entledigt wurden. Das heißt, entweder hatten die eben tiefere Öffnungen oder sie haben an den Seiten dann planen oder Ketten, um vor dem Herausfallen zu schützen – jedenfalls keine auf- und zuklappbaren Türen mehr an den Seiten.

Überhaupt waren diese Fahrzeuge eindeutig auf Nützlichkeit und militärischen Einsatz hin optimiert und eben nicht so sehr auf Komfort. Es konnte also ganz schön holprig sein, in so einer Kiste durch die Gegend zu heizen. Um die Passagiere am Herausfallen zu hindern und vorm Rumgeschleudertwerden zu schützen, wurden in solchen Fahrzeugen deswegen Schalensitze verbaut, die man umgangssprachlich schnell als Kübel bezeichnete. Daher auch der Begriff “Kübelwagen”. Selbst wenn dann später zum Teil keine Schalensitze mehr verbaut wurden, besonders auch bei den zivilen Varianten der Kübelwägen, blieb dann doch dieser Spitzname für die Bauform erhalten.

VW hat so einige Kübelwägen gebaut. Zum Teil war es auch so, dass diese Bauform, also die geschlossene Wanne unten ohne die Türen an der Seite, sich auch anbot, um Amphibienfahrzeuge zu bauen. Und damit gab es da auch mehrere Hybridfahrzeuge, die eben sowohl an Land, als auch im Wasser fahren konnten bis hin zu einem Fahrzeugmodell, das komplett zu einem Boot umfunktioniert werden konnte und amphibisch eben mal an Land, mal im Wasser eingesetzt werden konnte.

Der VW 181 ging immerhin über 140.000 Mal über die Ladentheke und war damit wesentlich erfolgreicher als VW es sich zu erhoffen wagte. Und wahrscheinlich würde VW die Kiste auch heute noch bauen, hätten nicht 1975 die Amerikaner neue Bestimmungen für Fahrzeuge erlassen – Sicherheitsbestimmungen, die der VW 181 so nicht erfüllen konnte und die auch nur unter erheblichem Aufwand umzusetzen waren. Das war der Anfang vom Ende und noch nach weiteren fünf Jahren Produktionszeit eben dann auch die offizielle Einstellung des VW 181.

Einen Nachfolger gibt es allerdings: Das Nachfolgemodell VW Iltis ist auch bis heute noch in Verwendung. Und wenn man ihn auseinander schraubt und mit kundigen Augen unter die Lupe nimmt, wird man feststellen: So manches Konzept und Bauteil aus dem VW 181 hat es auch in den Iltis geschafft.

Bis bald.

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